VATER SEIN

Shownotes

In Folge 11 vertieft Claudia Redlhammer den zweiten Teil ihrer Trilogie Mutter, Vater, Kind.

Themen dieser Folge: Das Bild des kleinen Mädchens auf den Schultern und der leere Raum, wenn dieses Foto fehlt. Claudias Geschichte als Kuckuckskind und die Suche nach dem leiblichen Vater Mitte zwanzig. Karl, Jahrgang 1966, internationaler Manager. Sein Satz, ich habe versucht, Sohn zu werden, und seine ehrliche Bilanz einer Generation, die als Vater da war, wenn sie da war. Klaus, Jahrgang 1991, Schichtleiter, drei kleine Söhne, hoch verschuldet, am Limit. Sein Wunsch, einfach weit weit weg zu laufen, und seine Erfahrung, dass eine Negativfolie kein Weg ist. Elias, 29, frisch verliebt, mit einem liebevollen aber schwachen Vater und einer dominanten Mutter. Warum er keine eigenen Kinder möchte. Das Bild vom Vater als Tür zur eigenen Männlichkeit. Die direkte Bitte von Claudia an die Männer, mit dem eigenen Vater ins Reine zu kommen. Drei Fragen zum Mitnehmen über die Prägung durch den Vater, übernommene Eigenschaften und stille Geschenke.

Ausblick auf die nächste Folge: Mutter sein. Die Rolle, die Claudias Herz am tiefsten kennt. Mit der persönlichen Geschichte vom Gedichtebuch der Dreizehnjährigen und dem Verlust, der ihr Leben verändert hat. email: claudia@redlhammer.com

Transkript anzeigen

00:00:02: Herzlich willkommen zurück in meinem Füllraum.

00:00:05: Mein Name ist Claudia Riedelhammer und ich freue mich sehr, dass du heute wieder hier bist.

00:00:11: Kommen wir den Moment an Atme wieder tief ein Und lange wieder aus.

00:00:21: Noch einmal Tief einatmen Und ganz lange ausatmen.

00:00:29: Gut Ich bin bei dir.

00:00:34: Heute ist die zweite Folge unserer Trilogie Mutter Vater Kind.

00:00:39: In der letzten Folge sind wir bei der ersten Rolle gewesen.

00:00:43: Und ja, wer alle einmal waren und die wir für immer in uns tragen?

00:00:47: Beim Kind sein!

00:00:49: Wir haben gemeinsam in unsere eigenen fünfzehn Jahre Unmacht hineingehört.

00:00:54: Wir haben dem kleinen Jonas zugehört – und wir haben Karl-Il Kiebrang gelesen.

00:01:00: Heute gehen wir eine Rolle weiter.

00:01:03: Heute geht es um den Vater.

00:01:05: Diese Folge ist ein bisschen anders als die anderen.

00:01:09: Ich gehe an sie behutsam heran Aus zwei Gründen.

00:01:13: Die erste ist offensichtlich, ich bin eine Frau.

00:01:17: Ich kann mich nicht von innen einen Vater hineinspüren.

00:01:20: Was ich tun kann, ist genau hinhören Hinhören bei den Männern die ich kenne, die ich liebe Bei meinen Söhnen Bei den Männerndich begleite Bei meinen Klienten Bei den Freunden meiner Kinder Bei dem Vater meiner Kinder.

00:01:38: Der zweite Grund ist persönlich.

00:01:41: Ich habe selbst keinen Vater gehabt.

00:01:44: Natürlich gibt es einen biologischen Vater, aber weder meine Mutter noch er hatten ein Interesse daran mir eine Vaterfigur zu erlauben.

00:01:53: Bis zur meiner Coaching-Ausbildung habe ich das nicht in Frage gestellt.

00:01:56: Es war einfach so – es gab eben keinen Vater So wie es bei manchen Kindern keine Großmutter gibt oder keinem Bruder.

00:02:06: Heute weiß ich da hat etwas gefehlt Etwas gravierendes Besonders für das kleine Mädchen im Meer.

00:02:15: Ich nehme dich an einen imaginären Ort mit, bevor wir weitergehen.

00:02:19: Stell dir ein altes Foto vor.

00:02:21: Schwarz-Weiß vergelbt an den Rändern.

00:02:25: Ein kleines Mädchen sitzt auf den Schultern eines Mannes Die Sonne kommt von hinten ins Bild Du erkennst die Gesichter kaum und du siehst nur.

00:02:33: das Mädchen lacht.

00:02:35: Es hält sich mit beiden Händen an der Stirn des Vaters fest.

00:02:40: Es weiß hier kann ihm nichts passieren.

00:02:44: Solche Fotos gibt es viele Wahrscheinlich in den meisten Familien.

00:02:49: In meinem Album gibt es dieses Foto nicht, ich bin ein Kuckuckskind.

00:02:55: Lange habe ich gedacht der Mann, der mit meiner Mutter zusammen war als ich geboren wurde ist er mein Vater.

00:03:03: Irgendwann habe ich gespürt das stimmt was nicht?

00:03:05: etwas an seinem Blick etwas an dem Ton zwischen ihm und mir?

00:03:11: meinen leiblichen Vater habe ich erst Mitte zwanzig gefunden.

00:03:14: Ich habe ihn selbst gesucht, niemand hat mir geholfen.

00:03:18: Ich hab die Spuren selbst entdeckt, selbst verfolgt und dann stand ich da als erwachsene Frau vor einem fremden Mann der mein Vater war Und ich kann euch hier mit keinem HPN verwöhnen Denn er hatte keinen Interesse an mehr.

00:03:37: Er hatte ein anderes Leben eine andere Familie.

00:03:39: Ich war wie ein Fehler den er nicht wollte.

00:03:45: Danach habe ich noch zwei Stiefelter verloren.

00:03:47: Einer war für mich der gefühlte Vater, der Mann, der mich auf den Schultern getragen hätte wenn es dieses Foto gegeben hätte.

00:03:56: Auch er hat mich weggeworfen ohne Drama mit einem einzigen Satz.

00:04:00: Ich gehe hier nicht weiter ins Detail diesen Satz spare ich mir auf aber er sitzt bis heute.

00:04:08: Der Vater ist die erste Liebe im Leben meiner Tochter.

00:04:12: und diese erste Liebe ist bei mir ein leerer Raum Ein blinder Fleck an dem nichts hängt.

00:04:18: Kein Geruch vom Pfeifenrauch, kein kratziger Bart, keine große Hand auf meiner kleinen Schulter.

00:04:24: Keine Stimme die zu mir sagt ich bin stolz auf dich.

00:04:29: Lange habe ich an diesem Fleck einfach vorbeigeschaut.

00:04:32: In meiner Coaching Ausbildung habe ich gelernt dass das nicht geht.

00:04:36: Ein leerer Raum an dem man vorbeischaut verschwindet nicht einfach.

00:04:40: Er wird nur irgendwie tiefer und mächtiger.

00:04:45: Und heute hab' ich diesen Fleck mit bunten Farben verzehrt Mit reiner Selbstlebe, mit den Männern die im Laufe meines Lebens für mich da waren ohne mein Vater zu sein.

00:04:56: Mit meinem zweiten Mann der mir geduldig gezeigt hat dass Männlichkeit anders aussehen kann als ich es kannte.

00:05:03: Der Fleck ist nicht weg er ist nur nicht mehr leer.

00:05:08: Weil ich aus eigener Erfahrung über das Vaters sein nichts sprechen kann habe ich für diese Folge etwas anderes gemacht.

00:05:14: Ich hab drei Männer gebeten mir aufzuschreiben was vater sein für sie heißt Drei Männer aus zwei Generationen, drei Geschichten die ich heute nicht für sie erzähle sondern mit ihnen.

00:05:27: Sie haben mir ihre Sätze anvertraut und sie öffnen sich heute für dich!

00:05:34: Der erste heißt Karl.

00:05:36: Karl ist Jahrgangs-VI, Akademiker, internationaler Manager, beruflich sehr erfolgreich – drei erwachsene Kinder, zwei Töchter und ein Sohn.

00:05:45: Mit seinen Kindern ist der Umgang heute herzlich und locker.

00:05:49: Karl liebt seine Kinder.

00:05:51: Er hat ihnen finanziell alles ermöglicht, auch den akademischen Werdegang.

00:05:56: Für seine Generation war er sehr fortschrittlich.

00:05:59: Seine Frau durfte sich verwirklichen und dann kommt die ehrliche Stelle – aber nur wenn es seine Karriere nicht störte oder behinderte!

00:06:08: Für das Management der Kinder war seine Frau allein verantwortlich.

00:06:12: Karl war der liebe Papi.

00:06:13: Er hatte Schimpfen der Mama überlassen, er hat die Kinder mit Geschenken verwöhnt, er war wenig präsent….

00:06:20: Und Karl hat mir folgende Zeilen für euch geschrieben.

00:06:26: Ich habe nie gelernt Vater zu sein, ich habe versucht Sohn zu werden und dann tritt plötzlich eine Frau in dein Leben und du weißt Du willst Kinder haben.

00:06:38: Es trifft dich vollkommen unvorbereitet.

00:06:41: so ist es immer Meine Vorstellungen waren altmodisch Vielleicht ein gelebtes Patriachat?

00:06:49: Ich wollte dass meine Frau Zuhause ist bei den Kindern.

00:06:52: Ich empfand das als Luxus, dass ich uns so ein Leben bieten konnte.

00:06:57: In meinem Fall hatte ich Glück!

00:06:59: Meine Frau wollte das auch.

00:07:03: Aber was wäre passiert wenn ich eine Frau gehabt hätte die aus diesem Patriarchat ausbrechen will?

00:07:10: Die Kinder haben möchte, die mich aber in das Dilemma bringt nicht der Herr im Haus zu sein der das Wild nach Hause bringt sondern der sich gleichberechtigt um die Kinder kümmern muss.

00:07:23: Ich habe ein schönes Leben gelebt.

00:07:25: Ich war ein Vater, der da war wenn er da war.

00:07:29: Wenn er weg war hatte er keine Verantwortung.

00:07:34: Für die heutige Generation der Väter ist es schwieriger.

00:07:37: Sie verdienen oft nicht mehr genug um eine Familie allein zu tragen und Frauen sind selbstbestimmter Zurecht.

00:07:46: sie wollen Karriere machen.

00:07:48: zurecht Vater zu sein hat sich verändert, weil sich das Mannsein verändert hat.

00:07:56: Für einen heranwachsenden Mann ist es heute schwieriger mann zu werden als es für mich war.

00:08:03: Damals waren die Rollen klar verteilt.

00:08:06: Ein anzügliches Wort galt als charmant.

00:08:10: Heute gilt es als anzüglich Der.

00:08:14: Wartungen sind so unterschiedlich.

00:08:16: Er muss stark sein Geldverdienen beschützen.

00:08:20: Gleichzeitig muss er die Frau loslassen, sie wachsen lassen können.

00:08:25: Er darf nur zu bestimmten Momenten Testosteron getrieben sein.

00:08:30: Den Rest der Zeit muss er einfach Mensch sein – nicht Mann!

00:08:37: Vatersein ist schwer, Muttersein ist Schwer.

00:08:42: Wir können die Modelle unserer Eltern nicht auf uns übertragen und unsere Modelle nicht auf unsere Kinder.

00:08:49: Jede Generation hat ihr eigenes Elternsein.

00:08:52: Und für jede Generation ist es gleich schwierig.

00:08:57: Vielleicht steckt der Kern dieser Schwierigkeit in einer Frage, die selten gestellt wird?

00:09:03: Wer lernt das überhaupt, Vater zu sein und von wem?

00:09:11: Die Krise des Vatersseins ist auch eine Krise der Weitergabe.

00:09:15: Väter, die selbst keinen präsenten Vater hatten können nicht zeigen, was sie nie gesehen haben.

00:09:23: Wir geben weiter, was uns geprägt hat – ob wir wollen oder nicht!

00:09:28: Das, was es uns gefehlt hat, fehlt unseren Kindern oft als Echo.

00:09:34: Vielleicht ist die eigentliche Aufgabe meiner Generation diese Linie zu unterbrechen?

00:09:40: Nicht durch ein neues Modell sondern durch das ehrliche Hinsehen auf das, was wir bekommen haben und auf das ,was falsch gemacht

00:09:50: haben.

00:10:30: Und wenn ich weg war, hatte ich keine Verantwortung.

00:10:34: Dieser Satz wird in den Ohren vieler Söhne und vieler Töchter nachhallen – auch in deinen vielleicht!

00:10:39: Bleib einen Moment dort, wenn du magst.

00:10:44: Atme tief ein... ...und lange wieder

00:10:47: aus.".

00:10:50: Die zweite Stimme gehört Klaus.

00:10:53: Klaus ist Jagerk.in.o.n.einzig.

00:10:55: Schichtleiter in einem großen Unternehmen.

00:10:58: Drei Söhnen alle drei im Vorschulalter.

00:11:02: Dler Mittlere hat ein schweres ADHS.

00:11:05: Die kleine Familie hat vor drei Jahren ihr Traumhaus gebaut, sie sind hochverschuldet.

00:11:12: Klaus Frau Karin ist völlig am Limit – ich koche auch Sie!

00:11:16: In fünf Jahren drei Wunschkinder.

00:11:18: Ihren Job als Lehrerin passiert.

00:11:21: Karin weiß nicht wann sie das letzte Mal in den Nacht durchgeschlafen hat.

00:11:25: Es ist eine starke Persönlichkeit.

00:11:27: Sie will in sechs Monaten zurück ins Berufsleben.

00:11:29: Wenigstens sechzehn Stunden in der Woche.

00:11:32: Sie kann nicht mehr nur Mutter sein... Die beiden sind zu mir in die Praxis gekommen, weil Klaus möchte, dass Karin zu Hause bleibt bis der Jüngste in die Schule geht.

00:11:44: So hatten sie das einmal ausgemacht – aber die junge Mutter kann und will nicht mehr!

00:11:51: Klaus erinnert das was bei ihm zuhause gerade passiert ist an seinen eigenen Vater.

00:11:56: Sein Vater hatte eine kleine Autowerkstatt am Land.

00:11:59: Er hat praktisch rund um die Uhr gearbeitet.

00:12:01: Wenn er nach Hause kam war er meistens betrunken.

00:12:04: Alle in der Familie hatten Angst vor ihm.

00:12:07: Er hat nie mit den Kindern gelacht, nie gespielt, nie einen Ausflug gemacht.

00:12:11: Klaus hat mir auch ein paar Zeilen für euch

00:12:13: geschrieben.".

00:12:16: Ich habe von meinem Vater etwas Wichtiges gelernt – nämlich wie Vater sein definitiv

00:12:23: nicht geht!

00:12:36: bekam eine Ohrfeige, damit er wusste warum er weint.

00:12:41: Der alte Spruch ein Mann weint nicht war sein Lebenskredo.

00:12:46: leider hat er auch hinzugefügt und ein Mann liebt auch nicht.

00:12:50: das machen nur die Weiber.

00:12:54: Ich habe mir als Teenager geschworen ein viel viel besserer Vater zu sein.

00:12:59: Ein gerechter Vater Ein zärtlicher Vater Mit Jungs Fußball spielen mit Mädchen Bücher lesen.

00:13:06: So habe ich mir das vorgenommen und gefühlt enttäusche ich mich jeden Tag selbst.

00:13:13: Wenn ich von den Schichten erschöpft bin, fehlt mir oft die Geduld.

00:13:18: Karin möchte entlastet werden.

00:13:20: Ich möchte mit meinen alten Freunden um die Häuser ziehen.

00:13:24: Ich soll im Haushalt helfen Den Garten in Schuss halten Den Urlaub planen.

00:13:30: Mittlerweile hinterfrage ich alles Meine Ehe Das Vater sein Das viel zu große Haus dass mich zu Nachtschichten zwingt.

00:13:40: Ständig ist einer meiner Söhne krank, ein Paar sind Karin und ich schon lange nicht mehr.

00:13:46: Und jetzt will sie auch noch arbeiten gehen!

00:13:49: Ich möchte nur eines – weit, weit

00:13:52: weglaufen!".

00:13:57: So weit zu Klaus.

00:13:59: Klaus steckt in einer Generation die einmal alles wollte….

00:14:03: …und jetzt schmerzlich erlebt, das alles einen Verdammtruhenpreis

00:14:07: hat.".

00:14:08: Klaus spürt gerade, was Vater sein wirklich bedeutet und wie bedeutend es ist.

00:14:15: Und wie oft die Last zu schwerer ist und wie nahe er manchmal am aufgeben ist.

00:14:21: Ich höre Klaus in meiner Praxis mit großem Mitgefühl zu.

00:14:26: Dieser junge Vater will eigentlich alles richtig machen.

00:14:29: Er weiß nur nicht wie.

00:14:32: Sein Vater war.

00:14:33: eine Negativfolie Also.

00:14:34: in einer Negativfolie kann man kein Bild bauen.

00:14:37: Du kannst nur sagen so nicht Aber so nicht ist eben kein Weg.

00:14:44: Wenn dich gerade etwas berührt an seiner Geschichte, dann bleibt kurz dort.

00:14:49: Vielleicht erkennst du einen alten Satz wieder?

00:14:52: Vielleicht eine alte Müdigkeit in dir?

00:14:54: Vielleicht den Wunsch weit weg zu laufen?

00:14:58: Du musst jetzt nichts damit tun!

00:15:01: Nur wahrnehmen, hinspüren, atme wieder tief ein und lange wieder aus.

00:15:14: An dieser Stelle möchte ich kurz direkt zu den Männern sprechen.

00:15:17: Wenn du eine Frau bist, hör trotzdem hin!

00:15:20: Es geht auch um dich – es geht um den Mann an deiner Seite, um den Vater deiner Kinder, um deinen eigenen Vater und um deinen Sohn.

00:15:33: Lieber Mann, du hast zwei Beziehungen zu deinem Vater.

00:15:37: Die Eine ist die Beziehung von heute.

00:15:39: Die Beziehion des erwachsenen Mannes zu seinem Vater der noch lebt oder die Beziehung zu der Erinnerung an einen Vater, der nicht mehr lebt.

00:15:50: Die andere ist die Bezierung des kleinen Jungen in dir zu seinem Papa von damals.

00:15:55: Diese Beziehungs- bis heute lebendig in dir gespeichert und sie beeinflusst dich dein Leben lang vielmehr als du bewusstest.

00:16:04: Ohne diesen Mann gebe es dich nicht!

00:16:07: Er hat dich gezeugt.

00:16:10: Er hat dir zusammen mit deiner Mama das Leben geschenkt.

00:16:14: Hast du dich schon einmal bei ihm bedankt?

00:16:16: Für dein

00:16:17: Leben?!

00:16:19: Für deine Augen, für deine Hände.

00:16:22: Für die Stimme mit der du heute deine eigenen Kinder zur Ruhe bringst.

00:16:26: Ganz gleich welches Verhältnis ihr hattet Ob er anwesend war oder abwesent ob er dir stark erschien oder schwach Ob er dich liebevoll gefördert hat Oder dich abgelehnt Abgewertet Bestraft oder geschlagen hat Selbst wenn er sich nach deiner Zeugung aus dem Staub gemacht hat hast da eine innere Beziehung zu ihm.

00:16:49: Du kannst mir das glauben oder du kannst es für uns inhalten.

00:16:54: Doch um deinen Vater und um die Klärung eurer Beziehungen wirst du im diesem Leben nicht umhinkommen, selbst wenn das erst an seinem Sterbebett geschieht – oder nach seinem Tod!

00:17:07: Und ich sagte, dass so direktweilig ist.

00:17:09: wirklich so meine.

00:17:11: Mach dich auf mit deinem Vater ins Reine zu kommen.

00:17:14: Löse die tiefe Verstrickung, die jeder Mann mit seinem Vater hat.

00:17:18: Das ist keine Einladung von mehr.

00:17:20: Das is deine echte

00:17:21: Bitte.".

00:17:22: Von dem Coaching mehr, zu jedem Mann da draußen.

00:17:28: Dein Vater ist die Tür zu deiner kraftvollen, freutvollen Männlichkeit.

00:17:32: Wenn du im Inneren unfrieden mit deinem Vater bist, behindert dich dieser Unfreden privat, beruflich in deinen eigenen Beziehungen, in deinem Verhältnis zu dir selbst, in deiner Rolle als Vater.

00:17:47: Es geht hier nicht um Selbstbewusstsein im Sinne der Selbstdarstellung.

00:17:51: es geht um Selbstwürde Um die ruhige innere Gewissheit, dass du Mann sein darfst.

00:17:58: Mit allem was zu dir gehört.

00:18:00: Ohne Machtgehabe!

00:18:02: Ohne stolzierendes Patriachat Sondern in der schlichten Würde das du da bist und das du gut bist so wie du bist Und das es gut ist, dass Du ein Mann bist.

00:18:15: Die dritte und letzte Stimme gehört Elias.

00:18:19: Elias ist neunundzwanzig Jahre alt Frisch verliebt.

00:18:23: Er ist gerade fertig geworden mit einer Umschulung vom Maschinenbauer zum akademischen Krankenpfleger.

00:18:30: Seine Freundin Mia ist neununddreißig, sie hat zwei Vorschuldkinder aus ihrer ersten Ehe in sein Leben mitgebracht.

00:18:37: Elias liebt die Mädchen wie seine eigenen erst frohe Familie leben zu können ohne die letzte Verantwortung für die Kinder tragen zu müssen.

00:18:46: Eliass hat einen liebevollen Weichenvater und eine sehr dominante Mutter.

00:18:51: Die Bindung zu seinem Vater war und isst ähnlich und liebevoll.

00:18:57: Elias hat seinen Vater einmal gefragt, warum er die Mutter nicht verlassen hat.

00:19:02: Die Antwort des Vaters war einfach und trug viel Gewicht.

00:19:07: Ich hatte Angst dich und deine Schwester zu verlieren Denn ihr seid mir das Liebste auf der Welt.

00:19:13: Eine wunderschöne Liebeserklärung Und eine große Last.

00:19:18: Mir möchte gerne noch ein gemeinsames Kind mit Elias.

00:19:21: Elias lehnt das strikt ab.

00:19:24: Ich habe ihn in seiner ersten Sitzung bei mir nach dem Warum gefragt.

00:19:27: Er hat mir die Erlaubnis gegeben, sein Warum heute mit dir zu teilen.

00:19:36: Mein Vater ist ein schwacher Mann der immer von meiner Mutter dominiert wurde.

00:19:42: Er hatte selten eine eigene klare Meinung und kennen Arsch in der Hose.

00:19:48: Manchmal habe ich ihn richtig dafür verachtet und mich geschämt sein Sohn zu sein.

00:19:53: Als kleine Junge hatte ich eher Mitleid mit ihm.

00:19:57: In meinen Gedanken habe ich ihm immer das Kostüm von Iron Man angezogen, damit er ganz stark war und meine Mutter besiegen konnte.

00:20:07: Stattdessen hat er sich

00:20:09: halbtot

00:20:10: gesoffen – Ich liebe meinen Vater!

00:20:14: Und ich möchte ihn dennoch heute noch schubsen, damit es sich endlich wehrt und in seine Männlichkeit

00:20:20: geht.".

00:20:22: Als Elias mir das erzählt hat, hatte er Tränen in den Augen, Träne der Wut und Verzweiflung.

00:20:29: Tränen, die nicht einfach trauer sind.

00:20:32: Träne, die irgendwo zwischen Schmerz und Liebe entstehen.

00:20:36: Tränen, die sagen Ich verstehe nicht, wie ich dich gleichzeitig so sehr lieben kann und so

00:20:42: verachten.".

00:20:45: Das sah sein erwachsener Mann in meiner Praxis Und in ihm sah ein kleiner Junge, der seinen Papa heute noch das Iron Man Kostüm ansehen will.

00:20:56: Liebe Männer, die das heute hören Vielleicht gerade werden die Väter Begreift bitte eines.

00:21:05: Auch ein schwacher Vater, auch ein Vater der ein Loser war in den Augen des Kindes, auch einen tyrannischer Vater, der gebrüllt hat, der geschlagen hat – ein Vater, die er missbraucht hat.

00:21:17: Egal welchen Vater du hattest, erst auf jeden Fall die Tür zu deiner Männlichkeit!

00:21:24: Wenn du im Unfrieden mit ihm bist, bleibt diese Tür

00:21:26: zu.".

00:21:27: Und du läufst dein Leben lang außen um das Haus herum.

00:21:30: Du suchst andere Eingänge, aber keiner führt zu dem Raum in dem du in voller Größe als Mann stehen kannst.

00:21:39: Falls du dich wie Elias entschieden hast nicht so zu werden wie deinen Vater insbesondere nicht zu schwach dann führt dich diese Entscheidung irgendwann dazu dass du Schwäche regelrecht ablehnst bei dir selbst zuerst Dann bei den anderen vielleicht bei deiner Frau Bei deinen Kindern Vielleicht bei deinen Mitarbeitern oder deinen Kollegen.

00:22:03: Du zwingst dich vielleicht bis zur Erschöpfung, bis zum Börnart- oder in die Sucht.

00:22:08: und warum?

00:22:10: Weil es ein Gesetz ist!

00:22:13: In jedem Energiesystem braucht das Ausgleich und du bist ein Energiessystem zwischen zwei Polen, die in jedem von uns wohnen stark und schwach weich und hart laut und leise.

00:22:28: denken und fühlen Anspannen und entspannen.

00:22:32: Bewusstsein und Unbewusstsein, Verstand und Herz.

00:22:41: Wenn du einen Pol komplett wegschließt weil dein Vater ihn gelebt hat dann fehlte genau dieser Pol in deinem eigenen Leben Und das wird dich müde machen auf eine sehr tiefe Art Mütter machen.

00:22:56: Es gibt ein inneres Bild dass ich oft vor Augen habe wenn Ich mit Männern arbeite Ein kleiner Junge sehen sich unendlich danach von seinem Vater gesehen zu werden, wertgeschätzt zu werden.

00:23:08: Das Lob des Vaters hat für einen kleinen Jungen ein anderes Gewicht als das Lob der Mutter – er lechtst geradezu danach!

00:23:15: Wenn er einen hohen Turm gebaut hat… wenn er auf einem Baum geklettert ist … wenn er ein Tor geschossen hat….wenn er das erste Mal vom Dreimeterbrett gesprungen ist.. Er dreht sich um und sucht aus Gesichtesvaters.

00:23:30: Er will diesen einen Blick, diesen einen Satz.

00:23:34: Du machst das schon!

00:23:36: Du bist stark – ich glaube an

00:23:38: dich.".

00:23:41: Der Vater jedoch hat meist seine eigene Geschichte.

00:23:44: Wahrscheinlich findet er an sich selbst auch oft wenig toll und kann deshalb seinen Sohn nicht aus tiefstem Herzen loben.

00:23:51: Und so gehen die Söhne in die Welt hinaus.

00:23:54: Ohne das Bewusstsein.

00:23:55: mein Vater ist stolz auf mich ohne die Hand auf der Schulter, ohne die Stimme im Ohr.

00:24:03: Täglich laufen Millionen von Männern an ihren Arbeitsplatz, mit dieser Sehnsucht in sich.

00:24:08: Mit dieser Stille an genau der Stelle, an der eigentlich die Stimme des Vaters klingen sollte Wenn du gerade einer von ihnen bist.

00:24:17: Ich weiß nicht was in dir vorgeht Aber ich weiß Du bist damit nicht allein!

00:24:25: Ich möchte dich an dieser Stelle einladen kurz hinzuspüren Egal ob du Mann bist oder Frau Egal Ob dein Vater noch lebt oder nicht Egal ob er da war oder nicht.

00:24:36: Schließ einen Moment die Augen, wenn du es kannst Wenn du gerade Auto fährst oder gehst.

00:24:42: lass die Augen offen.

00:24:43: Das ist in Ordnung.

00:24:46: Denk an deinen Vater An den Vater deiner Kindheit Nicht ihn von heute.

00:24:54: Wo siehst Du ihn?

00:24:57: Welche Körperhaltung hat der?

00:25:00: Spürst Du seine Hände?

00:25:04: Welchen Geruch trägt er mit sich?

00:25:07: Welches Stimme?

00:25:10: Ist er?

00:25:10: nah oder weit weg?

00:25:13: Schau dir dich an oder schau da an dir vorbei.

00:25:18: Lächelt er?

00:25:20: Oder nicht?

00:25:25: und jetzt spür genau hin, wo das in deinem Körper sitzt In deinem Bauch, in deiner Brust, in deinim Kiefer, in deinen Schultern, in seinem Hals.

00:25:43: Es kann sein dass der wärmer ist in dir.

00:25:47: es kann sein, dass der härter ist.

00:25:50: Es kann seien, dass gar nichts da isst.

00:25:53: Auch das ist eine Antwort.

00:25:56: Was immer da ist, ist da.

00:25:59: Es ist nicht falsch, es ist nicht so viel und das ist nicht zu wenig – es gehört zu dir schon so lange!

00:26:07: Bevor wir uns heute verabschieden möchte ich die wieder ein paar Fragen mitgeben.

00:26:12: So wie kleine Steine, die du in die Tasche stecken kannst.

00:26:16: Du musst sie jetzt nicht beantworten.

00:26:19: Du muss sie nie beantwortet.

00:26:21: Aber lass sie wieder in dir

00:26:22: klingen.".

00:26:26: Wie hat dein Vater deine Vorstellung von Mann sein und vom Vaters sein geprägt?

00:26:35: Welche Eigenschaften deines Vaters hast du übernommen, ohne es zu wollen.

00:26:41: Und gegen welche kämpfst Du heute noch an?

00:26:48: Was sind die Geschenke Deines Vater für die Du ihm im Stillen dankbar sein kannst – auch wenn er es vielleicht nie mehr erfahren wird!

00:26:59: Und wenn Du selbst Vater bist dann lass mich Dir zum Schluss noch eines sagen… sei milder mit

00:27:05: Dir.".

00:27:06: Du machst Fehler und du wirst noch Fehler machen.

00:27:10: Jeder Vater macht Fehler, wichtig ist es nicht fehlerfrei zu sein denn wir sind Menschen!

00:27:16: Wir dürfen Fehler machen!

00:27:18: Wichtig ist das dein Kind spürt, du bist da, du liebst es, du interessierst dich für es ohne es für dich.

00:27:27: vereinnahmen so wollen.

00:27:30: Vater sein ist keine Leistung, Vater sein is deine Bewegung eine Bewegung in Wellen Mit Tagen an denen es leicht ist und mit Tagen, an denen du dich selbst kaum aushälzt.

00:27:43: Und mit Tagen an den du weglaufen möchtest.

00:27:48: Heilung geht auch nicht in Stufen – auch Heilung kommt in Wellen!

00:27:52: Das gilt für die Tochter, die wie ich keinen Vater hatte.

00:27:56: Das gilt der Sohn, der seinen Vater geliebt und verachtet hat gleichzeitig.

00:28:01: Und das gilt für den Mann, der heute selbst Vater

00:28:04: isst.".

00:28:07: Ich komme an den Anfang zurück, zu dem Foto das es in meinem Album nicht gibt.

00:28:12: Dem kleinen Mädchen auf den Schultern des Vaters Ja?

00:28:17: ich werde dieses Foto nie haben!

00:28:19: Ich habe lange gedacht.

00:28:21: dass bedeutet mir fehlt etwas was sich nie wieder gut machen kann.

00:28:25: heute weiß ich das stimmt nicht ganz.

00:28:29: Es fehlt mehr.

00:28:30: Das bleibt wahr.

00:28:32: und gleichzeitig sitze ich heute hier mit dir In meinem Füllraum und rede über Männer, über Väter.

00:28:41: Über die erste Liebe im Leben meiner Tochter.

00:28:44: Und ich spreche zu dir nicht aus einem Mangel heraus sondern aus der Mitte in die ich mich selbst gestellt habe.

00:28:52: Das geht auch ohne dieses Foto.

00:28:55: Es geht in Wellen Manchmal langsam, manchmal schnell Aber es geht!

00:29:01: Und vielleicht bist du jetzt am Ende dieser Folge ein bisschen still geworden.

00:29:04: Vielleicht hast Du Lust einen Vater anzurufen Vielleicht hast du Lust, ihn nicht anzurufen.

00:29:12: Vielleicht lebt er nicht mehr?

00:29:13: Vielleicht weißt du gar nicht wo dein Vater ist?

00:29:17: Alles davon ist in Ordnung Aber lass die Frage offen An welcher Stelle deiner Geschichte sein Stuhl steht Und ob du dich neben diesen Stuhls setzen willst Irgendwann In deinem Tempo Um zu schauen was er dir mitgegeben hat.

00:29:35: In der nächsten und letzten Folge unserer Trilogie schließen wir den Kreis.

00:29:40: Wir kommen zur Rolle, die mein Herz am tiefsten kennt.

00:29:43: Wir kommen so Mutter!

00:29:46: Ich werde dir von einem Gedichtebuch erzählen das ich mit treizehn Jahren geschrieben habe Von einem Wunsch der mich mein Leben lang begleitet hat und von dem was es kostet wenn man bekommt was man sich gewünscht hat Und es trotzdem nicht halten kann.

00:30:02: Danke dass du heute wieder mit mir warst in meinem Füllraum Mit meiner Stille Mit deinen Fragen Und mit allem, was ihr gerade noch nachklingt.

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