DER ZAUBERVOGEL

Shownotes

In Folge 20 geht es ums Grübeln und darum, wie Du die Vergangenheit loslässt. Themen dieser Folge: Das Märchen vom König und dem Vogel, der Zettel frisst. Claudias blaues Gedichtebuch mit dreizehn, unter der Kommode der Großmutter. Grübeln als Blick in den Rückspiegel und das Auto, das im Schlamm steckt, je mehr Gas, desto tiefer. Die zehn Jahre nach dem Verlust der beiden großen Kinder, das Foto am Kühlschrank und die Torte für ein Kind, das nicht am Tisch sitzt. Warum gegen Wie, und der Weg von der Warum-Fragerin zur Dauer-Versagerin. Die Frage von Stefan Rosenauer am zu großen Tisch. Dem Grübler einen Namen geben. Ingrid, Buchhalterin, Jahrgang 1965, und ein gebrauchtes Motorrad mit neunundfünfzig. David, Softwareentwickler, Jahrgang 1994, ein Satz vom Küchentisch und die Übung, ihn piepsig zu sagen. Der tropfende Wasserhahn und die acht Tropfen. Die Kommentatorin vor dem Spiegel, mit Schaum im Mund. Das erlebende und das erinnernde Selbst, und dass Du nicht ändern kannst, was war, aber wie Du Dich daran erinnerst. Die Geschichten aus der Praxis sind zum Schutz der Klientinnen und Klienten verändert und zu Fallbeispielen zusammengefasst. Nächste Folge: Der gekenterte Philosoph. Was Du steuern kannst und was nicht.

Transkript anzeigen

00:00:03: Herzlich willkommen zurück in meinem Füllraum.

00:00:06: Mein Name ist Claudia Riedelhammer und ich freue mich sehr, dass du heute wieder hier bist!

00:00:12: Komm einen Moment an atme tief ein und lange wieder ausatmen.

00:00:21: noch einmal tief einatmen und ganz lange ausatmend.

00:00:28: gut Ich bin bei dir.

00:00:31: wir sind in der Mitte unserer podcast drei übersorgen angekommen.

00:00:37: Wir sind durch die vier Zimmer gegangen, wir haben den Maler mit dem Blau in Eimer kennengelernt.

00:00:43: Den König von Theben.

00:00:46: heute gehen wir in den Rückspiegel.

00:00:49: Wir gehen zum Grübeln.

00:00:51: Ich habe dir versprochen dass es persönlich wird und wie du weißt halt ich meine Versprechen Und ich sage dir vorher Es wird an einer Stelle still.

00:01:01: Bleibt trotzdem bei mir!

00:01:11: Ein König kann nicht mehr schlafen, ergrübelt Nacht für Nacht über Entscheidungen die er getroffen hat.

00:01:18: Über Kriege die er hätte vermeiden können.

00:01:21: Über Worte die er gesagt hat und nicht zurücknehmen kann.

00:01:25: Er verspricht hundert Goldtaler Für denjenigen der ihn davon befreit.

00:01:31: Ärzte kommen Gelehrte Zauberer Nichts hilft.

00:01:37: Dann kommt ein alter Mann mit einem Vogelkäfig.

00:01:40: Darin sitzt ein kleiner, unscheinbarer Vogel.

00:01:43: Grau – nichts Besonderes!

00:01:46: Der Alte sagt, jeden Abend bevor du schliefst, schreibe auf einen Zettel was dich gewählt und leg den Zetteln in den Käfig.

00:01:55: Der König tut das Und jeden Morgen ist der Zettell weg.

00:01:59: Der Vogel hat ihn gefressen.

00:02:02: Nach einem Monat schläft er König wieder.

00:02:04: Er lacht wieder und er lässt ihn fest ausrechten.

00:02:07: Und er fragt den alten Mann Was is das für'n zauber Vogel?

00:02:12: Und der Alte sagt, das war nicht ein Vogel.

00:02:15: Du selbst hast losgelassen!

00:02:17: Du hast die Gedanken aus deinem Kopf geholt und aufs Papier gelegt und dann hast du sie hergegeben.

00:02:26: Atme wieder tief ein... ...und lange wieder aus.

00:02:33: Ich hatte mit dreizehn begonnen einen Gedichtebuch zu schreiben.

00:02:37: Du kennst es aus der Folge über das Muttersein.

00:02:41: Ein kleines blaues Buch kariert.

00:02:44: Es lag unter der alten Kommode meiner Großmutter ganz hinten, nicht weil jemand es gesucht hätte.

00:02:50: Einfach weil ich wollte dass er seinen Ort hat den nur ich kenne.

00:02:55: Ich erinnere mich an einen Abend.

00:02:57: Meine Großmütter hatte etwas gesagt.

00:03:00: Ich weiß nicht mehr was es war.

00:03:03: Ich weiß nur noch wie es in meinem Bauch war Wie ein schwerer Stein Der langsam sinkt.

00:03:12: Ich bin in mein Zimmer gegangen Ich habe das kleine blaue Buch herausgezogen, hab mich auf dem Boden gesetzt mit dem Rücken an das Bett gelähnt und ich habe geschrieben.

00:03:23: Mit einem Bleistift den ich so fest gehalten habe dass mir die Finger nachher wehgetan haben.

00:03:31: Ich habe niedergeschrieben was sich niemanden sagen konnte.

00:03:34: Dass ich glaube daß mit mir etwas nicht stimmt.

00:03:37: Das ich glaube dass sie alle recht haben.

00:03:40: Daß ich wirklich zu laut zu viel bin um jemals geliebt zu werden.

00:03:45: Und dann habe ich das Buch wieder zurück unter die Kommode geschoben und bin eingeschlafen.

00:03:51: Ich hab damals gar nicht gewusst, dass ich einen Zauberfohl hatte.

00:03:55: Ich habe nur gewusst ,dass der Stein nach dem Schreiben nicht mehr gesunken ist.

00:04:01: Vielleicht war er gar nicht mehr da.

00:04:05: Atme bitte wieder tief ein und lange wieder ausatmen.

00:04:12: Bevor ich dir von meinen zehn Jahren erzähle zeige ich dir das Kröbeln im Alltag Damit du weißt wovon wir sprechen Sonntagabend.

00:04:22: Du hast am Nachmittag mit deiner Tochter telefoniert, sie ist neunundzwanzig Sie wohnt in einer anderen Stadt.

00:04:29: Es war ein gutes Gespräch bis zum Schluss.

00:04:32: Da hast du gesagt, du siehst müde aus, schliefst du genug?

00:04:37: Und sie hat gesagt Mama nur das eine Wort.

00:04:44: und dann war das Gespräch schnell vorbei.

00:04:47: Jetzt sitzt auf der Couch Der Fernseher läuft, du nimmst ihn gar nicht wahr.

00:04:54: Du hörst dich selbst.

00:04:56: Du siehst müde aus.

00:05:00: Warum hast du das gesagt?

00:05:02: Du weißt doch, dass ich das nicht mag!

00:05:05: Du hast es schon dreimal gesagt.

00:05:06: Warum lernst du das nicht?

00:05:08: Deine eigene Mutter hat das auch immer gemacht.

00:05:10: Du bist genau wie Sie.

00:05:12: Sie wird sich nicht mehr melden.

00:05:13: Du hast jetzt alles kaputtgemacht.

00:05:18: Es ist ein Satz.

00:05:20: Fünf Wörter Und du sitzt drei Stunden darüber und grübeln.

00:05:28: Das is grübeln Der Blick in den Rückspiegel.

00:05:32: Du quälst dich mit einem Anblick, den du nicht mehr ändern kannst.

00:05:36: Und das Schlimmste?

00:05:37: Es fühlt sich in dir sogar an wie Liebe Wie eine Mutter die es besser machen will!

00:05:43: Du weißt es aus der ersten Folge Grübeln ist wie ein Auto das im Schlamm steckt.

00:05:48: Je stärker du Gas gibst, desto tiefer singst er.

00:05:53: Du gibst Gas – drei Stunden und am Ende bist du tiefer als am Anfang.

00:05:58: Und deine Tochter hat inzwischen gegessen, ein Bad genommen und dich vergessen.

00:06:04: Nicht im Bösen!

00:06:05: Sie hat einfach ein eigenes Leben.

00:06:08: Atme tief ein... ...und lange wieder

00:06:12: aus.".

00:06:15: Jetzt erzähle ich dir von meinen zehn Jahren grübeln.

00:06:20: Wie du schon weißt war ich mit drei und zwanzig geschieden.

00:06:24: Mit vier und zwantig habe ich meine beiden großen Kinder verloren.

00:06:27: Ich konnte nicht gleichzeitig sechzig Stunden arbeiten oder Leinerziehen sein.

00:06:32: Ich habe versagt wurde belogen, ausgetrickst, war dumm und naiv und habe meine Kinder Milan und Alexandra für immer verloren.

00:06:44: Das steht überall?

00:06:46: Das darf ich sagen!

00:06:49: Ich zeig dir einen Abend – einen von drei Tausend.

00:06:55: Meine kleine Wohnung, zwei Zimmer am Kühlschrank ein Foto, zwei Kinder auf einer Schaukel.

00:07:00: das Ältere hält das Jüngere fest.

00:07:03: Ich hab' das Foto jeden Tag angeschaut und jeden Tag nicht angeschaud'.

00:07:07: Du weißt sicher auch, wie das geht.

00:07:09: Ich komme von der Arbeit, ich mache Licht, ich mach mir etwas zu essen, dass ich nicht esse.

00:07:15: Ich setze mich an den Tisch und dann kommt er – der Folterer!

00:07:20: Er setzt sich mehr gegenüber und er hat Zeit.

00:07:25: Und er stellt seine Frage, warum hast du es nicht anders gemacht?

00:07:31: Und ich antworte.

00:07:32: Ich antwarte jeden Abend ganz ausführlich.

00:07:35: Warum hast du mit Achtzehn geheiratet?

00:07:38: Weil ich weg wollte... Von so Hause, antworte ich.

00:07:42: Warum hast du nicht gekämpft?

00:07:45: Weil ich kein Geld und keine Familie hatte, die hinter mir stand, weil ich keinen Anwalt hatte, weil Ich geglaubt habe dass sie recht haben!

00:07:53: Warum hast Du nicht früher gesehen was er wirklich ist?

00:07:56: Wer er wirklich

00:07:57: isst?!

00:07:57: Der Vater deiner Kinder!

00:07:59: Warum Hast Du nicht erkannt das er dich nur zum Narren hält und dich manipuliert?

00:08:06: Vielleicht weil ich nicht hingeschaut habe... Warum hast Dich nicht hinggeschaut?

00:08:11: Weil ich so bin, wie meine Mutter gesagt hat.

00:08:15: Und da endet es jeden Abend bei diesem Satz Gott sei Dank hast du ein schönes Gesicht Denn deinen Charakter den kann niemand leben.

00:08:26: Ich erzähl dir noch einen Abend Den Geburtstag meiner Tochter Alexandra.

00:08:33: Ich weiß nicht mehr der wie vielte es war.

00:08:35: Ich habe immer eine Torte gebacken Für ein kleines Mädchen das die Kerzen nicht ausblasen würde Habe Geschenke gekauft und eingepackt Die sie nie öffnen würde Wie jedes Jahr am Geburtstag von meinem Sohn Milan und meiner Tochter Alexandra.

00:08:51: Die ersten Jahre, als ich wieder Mutter wurde haben auch meine Kinder Sophie und Marie aus meiner zweiten Ehe und ihr Vater Georg am Tisch gesessen.

00:09:00: Wir haben die Fotoalben von Milan und Alexandra angeschaut.

00:09:04: Ich habe von ihnen erzählt Ich habe still geweint Und meine kleinen Kinder haben nicht verstanden Aber alles gefühlt!

00:09:13: Ich wollte ihren Platz an meinem Tisch immer frei halten Falls Sie eines Tages doch nach Hause finden, auch gut zehn Jahre später habe ich noch ein bisschen daran geglaubt.

00:09:26: Und der Folterer hat gesagt – siehst du?

00:09:29: Niemand kann dich leben!

00:09:32: Atme einmal tief ein und lange wieder aus.

00:09:37: Und weißt Du was das Perverse daran ist?

00:09:40: Ich habe tatsächlich geglaubт.

00:09:42: Ich arbeite an mir.

00:09:44: Irgendwann wird es

00:09:44: besser.".

00:09:46: Ich habe geglaubt ich bin ehrlich zu mir selbst.

00:09:53: Ich habe geglaubt, ich übernehme die Verantwortung für mein Versagen.

00:09:58: Ich hab in meiner Ausbildung zum Coach einen Satz gehört der mir den Atem genommen hat wer grübelt frag nach dem warum Wer handeln will frag nachdem wie.

00:10:13: und dann noch einen für mich sehr begleitenden Satz Der Weg von der Warum-Fragerin zur Dauerversagerin ist nur ein Katzensprung.

00:10:25: Der Weg von der Warum-Fragerin zur Dauerversagerin ist nur ein Katzensprung.

00:10:33: Ich war zehn Jahre lang eine Warumfragerinn.

00:10:37: und die Warumfrage hat mir nie eine Antwort gegeben, sie hat nur Beweise gesammelt wie eine Suchmaschine, die noch eines Sorteergebnis kennt.

00:10:47: du hast versagt hier und hier Und es ist ja ganz klar Bei deinem Charakter.

00:10:58: Zehn Jahre Vollgas, im Schlamm Immer tiefer Atme einmal tief ein und lange wieder aus.

00:11:07: Was hat mich herausgeholt aus dem Schlammen?

00:11:11: Nicht eine Antwort auf das Warum Denn es gibt keine.

00:11:16: Es war eine ganz andere Frage.

00:11:19: Stefan Rosenauer Erinnere dich!

00:11:22: Er war mein erster großer Mentor.

00:11:24: Du kennst ihn aus der Heldenreise.

00:11:27: Ich erinnere mich an den Raum Ein Seminarraum mit einem zu großen Tisch.

00:11:32: Wir saßen an der Ecke, er auf der einen und ich auf der anderen.

00:11:36: Ich hatte ihm gerade die Geschichte erzählt – Die ganze mit allen war rums!

00:11:41: Er hat lange nichts gesagt.

00:11:44: Er war so jemand, der lange nicht sagen konnte ohne dass es unangenehm wurde.

00:11:50: Und dann hat er gefragt, Claudia und wie willst du heute mit deinen Kindern sein?

00:11:58: Heute Nicht damals.

00:12:03: Warum stellte mir diese Frage, dachte ich.

00:12:07: Wie sagte ich heute?

00:12:11: Und ich habe zum ersten Mal seit zehn Jahren keine Antwort gehabt weil ich die Frage noch nie gestellt hatte.

00:12:17: Ich hatte nur Antworten für die Vergangenheit Für die Gegenwart hatte ich nichts und in dieses Nichts ist zum ersten mal ein bisschen Luft reingekommen.

00:12:27: Ich nenne das Umziehen von der Warum-Straße In die Wie-Strasse und ich sage dir Gibt dem Grübler in dir einen Namen.

00:12:38: Eine Klientin von mir nennt ihn Gustav, Gustaf Grübel.

00:12:42: Du darfst deinem einen anderen Namen geben.

00:12:45: Meiner hat keinen Namen, meiner hat den Gesicht und du weißt wahrscheinlich Wessengesicht.

00:12:53: Und wenn er kommt sagst du Hallo Ich weiß was du mir sagen willst.

00:12:57: ich habe es gehört Dankeschön!

00:13:01: Dann übersetzt du seine Warumfrage in eine Wie Frage für heute Aus.

00:13:08: warum habe ich damals nicht mehr gekämpft wird?

00:13:12: Wie kann ich heute für alles kämpfen, was mir wichtig ist.

00:13:17: Aus Warum hat er mich verlassen

00:13:19: wird?!

00:13:21: Wie werde ich heute an diesem Abend mit mir umgehen?

00:13:27: Bleib einen Moment bei deiner eigenen Warum-Frage!

00:13:30: Du hast sicher eine – Ich weiß es.

00:13:34: Und jetzt drehe diese Frage um Nur einmal nur probweise.

00:13:39: Mach eine wie Frage daraus.

00:13:46: Atme tief ein und lange wieder aus.

00:13:52: Ich erzähl dir von Ingrid, wir nennen sie einfach so.

00:13:57: Ingrid ist Jahrgang, Ninzehn fünfundsechzig Buchhalterin in einer Steuerkanzlei Seit zwei Jahren geschieden nach dreißig Jahren Ehe.

00:14:06: Ihr Mann hieß, er hat keine Kinder.

00:14:09: das war so.

00:14:10: Das hat sie nie erklärt.

00:14:13: ich zeigte ihren Abend.

00:14:15: Die Wohnung ist zu groß für eine Person denn Sie ist geblieben Und Gerhard ist gegangen.

00:14:22: Auf dem Wohnzimmer-Tisch liegt das Hochzeitsalbum, es liegt dort seit zwei Jahren.

00:14:27: Sie schlägt es nicht auf und sie räumt es auch nicht weg.

00:14:32: Sie sitzt auf der Couch – auf ihrem Platz!

00:14:36: Sein Platz ist leer und sie rechnet.

00:14:40: Sie ist Buchhalterin, sie kann gut rechnen.

00:14:43: Ja für ja geht sie die Ehe durch.

00:14:46: Ninzeundsechsundneunzig das Jahr in dem sie das Haus nicht gekauft

00:14:50: haben.".

00:14:52: Zwei-tausend drei der Urlaub in Griechenland, bei dem er zwei Tage nicht gesprochen hat mit ihr.

00:14:58: Zweitausend elf?

00:15:00: Der streit mit seiner Mutter.

00:15:03: Zwei tausend neunzehn – die Sache mit der Kollegin, die keine Sache war, hat er gesagt Sie sucht den Fehler!

00:15:11: Sie suchtt ihn so wie sie in der Kanzlei einen Fehler sucht.

00:15:14: Es muss einen Fehler geben.

00:15:16: Eine Buchhaltung, die nicht aufgeht, hat immer einen Fehler Und am Ende jeder Rechnung steht dasselbe.

00:15:23: Es muss ein Irrgelegen haben.

00:15:26: Sie geht um Mitternacht ins Bett, sie schläft um zwei Uhr ein, sie ist um sechs im Büro – sie ist die Beste dort!

00:15:33: Sie findet jeden Fehler in allen fremden Büchern nur ihren eigenen nicht.

00:15:43: Sie kam an einem Montagmorgen, beige Bluse ordentlich gebügelt, sie hat sich hingesetzt, die langen Beine übereinandergeschlagen und mir gleich gesagt dass sie eigentlich keine Zeit für sowas hat.

00:15:57: Das war ja erster richtiger Satz.

00:16:02: Und dann sagt sie, ich will einfach verstehen warum er gegangen ist.

00:16:10: Ich habe lange zugehört und dann gesagt Ingrid was ist herausgekommen?

00:16:15: Nach zwei Jahren Rechnen.

00:16:18: Sie hat lange geschwiegen und dann hat sie gesagt nichts.

00:16:21: Ich weiß es immer noch nicht!

00:16:24: Ich hab wieder auf ihre Hände geschaut, sie hat den Ehring nicht mehr getragen aber sie hat mit dem Daumen an der Stelle gerieben wo er früher war.

00:16:32: Immer noch eine helle Stelle.

00:16:34: nach zwei Jahren.

00:16:36: In mir kommt die Frage hoch, trägt sie in heimlich immer noch?

00:16:41: Zwei Jahre.

00:16:42: Eine Buchhaltung ohne Ergebnis!

00:16:44: Wir haben über viele Wochen geschaut woher die Rechnung kommt und sie hat einen Ursprung.

00:16:50: Sie hat immer einen.

00:16:52: Ingrids Mutter eine Frau wie bei allem was schief ging den selben Satz hatte Was hast du denn jetzt wieder angestellt?

00:17:00: Der Teller ist zerbrochen.

00:17:02: Was hast Du wieder anggestellt?

00:17:04: Die Note ist schlecht zwei Minus.

00:17:06: Was hast du wieder angestellt?

00:17:09: Der Freund hat sich nicht mehr gemeldet.

00:17:15: Und Ingrid hat gelernt, dass alles was passiert eine Schuld hat und vor allem das sie immer die Schuldige ist!

00:17:23: Sie hat mir erzählt wie sie ihrer Mutter von der Scheidung erzählt hat am Telefon.

00:17:27: Die Mutter war da schon über achtzig und die Mutter hat gefragt, was hast Du denn schon wieder falsch gemacht?

00:17:34: Sie hat nicht gefragt Wie geht's

00:17:36: Dir?!

00:17:38: Sie hat gesagt, was hast du schon wieder falsch gemacht?

00:17:41: Ingrid hat mir das erzählt und dann hat sie gelacht.

00:17:45: Dieses Lachen dass kein Lachen ist Und ich habe gespürt wie es in mir drinnen heiß wird Im Nacken Ich werde immer wütend wenn ich so etwas höre.

00:17:56: Ich sage dir das ganz offen und ehrlich Ja ich bin Coach Aber ich bin vor allem Mensch Und ich bin eine Frau.

00:18:05: Und ich höre, wie eine andere Frau nach dreißig Jahren Ehe von ihrer Mutter gefragt wird was sie gemacht hat dass der Mann gegangen ist.

00:18:13: Was sie wieder falsch gemacht hat und das macht mich verdammt wütend!

00:18:18: Ich habe Ingrid gesagt in Wirklichkeit rechnen Sie nicht seit zwei Jahren ihre Ehe durch.

00:18:23: Sie versuchen verzweifelt die Frage ihrer Mutter zu beantworten.

00:18:29: Es hat mich angeschaut und der Daumen hat aufgehört zur Reiben Atmet tief ein und lange wieder aus.

00:18:43: Kennst du das, wenn man als Kind auf ein Schnitzel klopfen darf?

00:18:46: Man klopft und kloppt – es wird immer größer und immer dünner bis es über den Teller hängt!

00:18:52: Und so wachsen Probleme.

00:18:54: je länger du drauf haust desto größer werden sie und desto weniger ist drin.

00:19:00: Ingrid's Ehe war beim Klopfen auf die Größe eines Lebens angewachsen.

00:19:04: Ich habe jetzt zwei Dinge mitgegeben.

00:19:07: Das erste war der Zaubervogel Schreiben mit System Vier Tage hintereinander, fünfzehn Minuten mit der Hand.

00:19:16: Alles was hochkommt keine Rücksicht auf Rechtschreibung Auf Sinn auf niemanden und nach fünfzehnten Minuten aufhören Egal wo Wahrscheinlich mitten im Satz.

00:19:28: Das zweite war eine Wie-Frage.

00:19:31: Ich habe sie mit ihr gesucht.

00:19:33: Es hat fast eine Stunde gedauert nicht mehr.

00:19:36: Warum ist er gegangen?

00:19:38: Stattdessen wie will ich in fünf Jahren über diese zwei Jahre sprechen?

00:19:45: Sie ist nach den vier Tagen wiedergekommen und sie hat gesagt, Montag- und Dienstag habe ich über die Ehe geschrieben.

00:19:54: Die selben Zahlen.

00:19:55: Am Mittwoch bin ich im Minute elf plötzlich bei etwas anderem gewesen.

00:19:59: Ich hab geschrieben dass ich seit fünfundzwanzig Jahren nicht mehr gefragt worden bin was ich will und das sich es mich selbst auch nicht gefragt habe.

00:20:09: Und dann war unsere Zeit um!

00:20:11: Dann hat sie gesagt mit dem trockenen Ton, den ich an ihr so mag Ich glaube, ich habe einfach die falsche Buchhaltung geführt.

00:20:20: Ingrid grübelt immer noch.

00:20:22: Sie sagt Gustav wohnt noch bei ihr aber hat kein eigenes Zimmer mehr.

00:20:27: Das Hochzeitalbum ist im Keller.

00:20:29: Sie hatte es nicht weggeworfen.

00:20:31: Sie hat das nur aus dem Wohnzimmer geräumt.

00:20:34: Das war der Tag an den sie mir gesagt hat... ...ich glaub' es geht weiter!

00:20:40: Ingrid hat letztes Jahr ein Motorrad gekauft für sich selbst Mit neunundfünfzig Jahren.

00:20:46: Eine gebrauchte Maschine, sie hat mein Foto geschickt.

00:20:50: Ich verstehe nicht so Mutterredern Und ihre Mutter die noch lebt hat gesagt Das sei ja wirklich nicht standesgemäß in diesem Alter.

00:20:59: Und Ingrid hat mir geschrieben Liebe Claudia ich hab zum ersten Mal in dreißig Jahren nicht gefragt warum sie das sagt?

00:21:06: Ich habe gefragt wie ich am schnellsten zum Attersee komme Atmet tief ein und lange wieder aus.

00:21:17: Wir bleiben im Rückspiegel Aber jetzt drehen wir den Rückspiegel.

00:21:21: Ich fange mit einer kleinen Metapher an, weil sie zeigt dass der Rückspiegel zwei Seiten hat.

00:21:28: Ein reicher Vater führt mit seiner Tochter aufs Land.

00:21:31: Er will ja zeigen wie arme Leute leben.

00:21:34: Sie verbringen ein Wochenende bei einer Bauernfamilie.

00:21:37: Auf der Rückfahrt fragt er und?

00:21:40: Hast du gesehen wie arm sie sind?

00:21:42: Und die Tochter sagt Ja ich habe viel gesehen.

00:21:47: Wir haben einen Pool Die haben einen See Wir haben Lampions im Garten, die haben Sterne.

00:21:56: Wir haben eine Terrasse und die haben den ganzen Horizont!

00:22:01: Wir haben einen Wecker... ...und die haben einen Herr an der Kred.

00:22:06: Und dann sagte sie Danke Papa dass du mir gezeigt hast wie armen wir sind.

00:22:12: Das selbe Wochenende, derselbe Hof zwei Filme Ich nenne das die Kamereinstellung wechseln.

00:22:20: Der Film bleibt dergleiche aber du entscheidest von wo du draufschaust.

00:22:25: Ich habe das bei meiner Scheidung geübt.

00:22:27: Viel später, aber ich hab's geübbt!

00:22:30: Aus dem Film – ich habe mit achtzehnden falschen Mann geheiratet und fünf Jahre später meine Kinder verloren – wurde der Film….

00:22:39: …ich bin mit dreiundzwanzig aus etwas herausgegangen, aus dem Andere mit sechzig noch nicht herausgekommen sind.

00:22:46: Beides war... Der zweite Film lässt mich aber atmen.

00:22:50: Und jetzt du?

00:22:52: Erinnerst Du Dich an den

00:22:53: Sonntagabend?!

00:22:54: Das Telefon naht mit der Tochter.

00:22:57: Du siehst müde aus, sagt die Mutter.

00:23:00: und die Tochter sagt Mama Der Film den du drei Stunden lang gedreht hast heißt Ich bin wie meine Mutter ich mach alles kaputt.

00:23:11: Und jetzt dreh die Kamera um.

00:23:13: Nur einmal Dreh sie um.

00:23:16: Da ist eine Frau die ihre Tochter so gut kennt dass sie am Telefon hört wenn sie müde ist Und eine Tochter die sich das erlauben darf Die müde sein darf und die einfach sagen kann Mama.

00:23:31: Nur das Wort, weil sie weiß dass die Mama das aushält und dass die mama dann den Mund hält.

00:23:38: Der selbe Anruf dieselben fünf Wörter zwei Filme.

00:23:43: ich sage nicht dass der zweite Film wahrer ist.

00:23:46: Ich sage er isst genauso war Und du hast ihn drei Stunden lang nicht gesehen.

00:23:55: und jetzt zeige ich dir etwas was sich zuerst Alban fand und das bei einem Klienten mehr bewirkt hat als drei Monate Coaching.

00:24:03: Wir nennen ihn David, er ist Jahrgang ninety-vier, Softwareentwickler Single, Er wohnt allein in einer Wohnung, In der der Bildschirm das größte Möbelstück ist.

00:24:13: Ich zeig dir seine Nacht Zwei Uhr früh.

00:24:16: Der Bildscherm ist das einzige Licht.

00:24:19: David sitzt davor, er arbeitet nicht, er hat vor einer Stunde aufgehört zu arbeiten.

00:24:24: Er schaut auf den Kot, den er geschrieben hat Und er sieht nur was daran nicht gut genug ist Und in seinem Kopf läuft ein Satz immer dasselbe.

00:24:34: Wie einen Ton, den man einfach nicht abstellen kann!

00:24:37: Ich bin eine gescheiterte Existenz.

00:24:42: David hat einen guten Job.

00:24:44: Er verdient gut und hat sein Team das in mag und der Satz läuft.

00:24:48: Um zwei Uhr, um drei Uhr beim Zähne putzen, beim Aufwachen... ich bin eine Gescheiterexistenz Erst zu mir gekommen weil er seit Wochen nicht mehr richtig schläft und weil ein Kollege ihm gesagt hat du schaust aus wie ein Gespenst Kapuzenbole, obwohl es Juni war.

00:25:08: Er hat sich in den Stuhl fallen lassen wie jemand der seit Tagen nicht richtig geschlafen hat.

00:25:13: Sein erster Satz zu mir war Ich bin eine gescheiterte Existenz.

00:25:19: Einen dreißig Jahre alt und dieser Satz.

00:25:24: Und ich habe gefragt woher dieser Satze kommt?

00:25:26: Und er hat gesagt das ist keine Meinung.

00:25:28: Das ist eine verdammte Tatsache!

00:25:32: Ich habe gefragt, ob er sich erinnert, wer den Satz zum ersten Mal gesagt hat.

00:25:41: David hat lange überlegt und dann hatte mir eine Szene erzählt.

00:25:48: Ein Küchendisch – Zwei-Tausendviertzehn, David ist zwanzig!

00:25:52: Er hat zwei Semester Jus studiert weil der Vater Jurist ist Und David hat das abgebrochen und er sitzt am Tisch und sagt «Dead ich steige um auf Informatik».

00:26:03: Der Vater liest Zeitung, er schaut nicht auf.

00:26:07: Er plättet um und sagt So wird das definitiv nichts mit dir.

00:26:13: Das ist alles!

00:26:14: Der Vater hat nicht geschrien, er hat nicht einmal aufgeschaut, er hatte Zeitung umgeblättert und David hat Informatik studiert – Mit Auszeichnung und den Job bekommen und die Wohnung.

00:26:27: Und der Vater hat nie wieder etwas dazu gesagt.

00:26:30: Wieder das eine noch das andere Einsatz beim Umblättern.

00:26:36: Elf Jahre später ist der Tatsache so wird es nichts mit Dir.

00:26:43: Ich habe David gefragt, was er in dem Moment am Tisch gespürt hat.

00:26:46: Er hat gesagt nichts!

00:26:49: Ich glaube ich habe nichts gespürt und ich habe gesagt dass du nichts gespielt hast ist das Schlimmste was du mir bisher erzählt hast.

00:26:59: Atmet tief ein und lange wieder aus.

00:27:05: Ich habe etwas mit David gemacht, das ich in meiner Ausbildung gelernt habe und über das ich damals in der Ausbildung gelacht hab.

00:27:14: Ich habe gesagt, David sage mir den Satz noch einmal aber piepsig wie eine Zeichentrickfigur.

00:27:19: Er hat mich angeschaut als wäre ich ein bisschen verrückt.

00:27:23: Ich hab gewartet!

00:27:25: Ich hab nämlich gelernt lange zu warten und dann hat er es gemacht mit hoher dünner Stimme.

00:27:34: Jedes Wort.

00:27:39: Ich bin eine gescheiterte Existenz.

00:27:47: und beim dritten Mal hatte er angefangen zu lachen, er konnte einfach nicht anders.

00:28:09: vielleicht aus Unsicherheit hat sich die Kapuze über den Kopf gezogen und gelacht Und dann unter der kapuze hat das Lachen kurz gekippt in etwas anderes.

00:28:19: ich habe es zugelassen Und dann hatte die Kapuze zurückgeschoben und gesagt, das ist ein richtiger Unfug.

00:28:27: Ja, habe ich gesagt, dass es ist!

00:28:30: In der Welt verändert sich nichts aber in deinem Kopf kann sich alles verändern.

00:28:36: Der Satz war derselbe, der Vater war dersELBE, der Küchentisch war dersElbe Aber der Satz hat es eine Stimme verloren Die Stimme, die beim Umblättern nicht aufgeschaut hat.

00:28:48: Eine Woche später war David wieder da ohne Kapuzenbulle.

00:28:53: Er hat mir erzählt, dass er am Montag in der frühen Besprechung gesessen ist.

00:28:57: So eine, bei der jeder Kurz sagt was er heute macht und als er dran war, hat der Satz in seinem Kopf angefangen.

00:29:03: wie immer Ich bin... ...eine... ...gescheiterte Existenz.

00:29:10: Und dann hatte ihm plötzlich Piepsig noch einmal gesagt Wie eine Zeichentrickfigur mitten in der Besprechungen.

00:29:19: Alle haben ihn angeschaut und dann hat er ganz ruhig und laut gesagt was er heut macht.

00:29:28: Er hat gesagt, Claudia.

00:29:30: Das ist das erste Mal seit Jahren, dass der Satz nicht das letzte Wort in mir hatte.

00:29:35: David schickt mir manchmal eine Sprachnachricht wenn er Satz nachts wiederkommt.

00:29:40: Er sagt ihn mir piepsig aufs Band und dann sagt er ok Schlaf gut es geht wieder atmet tief ein und lange wieder aus.

00:29:52: Und jetzt zeige ich dir wie Grübeleien steht Tropfen für Tropfen damit du sie erkennst bevor der Boden nass ist.

00:30:00: Stell dir einen Wasserhahn vor der Tropft.

00:30:02: Der erste Tropfen ist harmlos und nach acht Tropfen steht die Küche unter Wasser.

00:30:10: Ich zeig dir zuerst deinen Wasserhann.

00:30:14: Samstag Du siehst auf dem Handy Fotos von einem Abend.

00:30:18: Deine Freundin, drei andere Frauen Ein Lokal Wein Lachen.

00:30:23: Das war gestern du warst nicht dabei Du hast gar nichts davon gewusst.

00:30:29: Erster Tropfen Sie haben es wahrscheinlich spontan gemacht.

00:30:37: Zweiter Tropfen, sie hätten mich doch fragen können.

00:30:42: Dritter Tropfen?

00:30:44: Beim letzten Mal habe ich gesagt Ich kann nicht wegen der Kinder.

00:30:50: Vierter Tropfen – ich sag viel so oft ab!

00:30:54: Fünfter Tropfen seit ich Mutter bin, bin ich anstrengend geworden für die anderen.

00:31:01: Sechster Tropfen Die Anderen sind viel lockerer und lustiger als ich.

00:31:08: Siebter Tropfens – ich pass' nicht mehr dazu Achtertropfen?

00:31:15: Ich habe keine Freundinnen mehr und das ist ganz alleine meine Schuld.

00:31:20: Von einem Foto in den sozialen Medien bis hin zur tiefer Einsamkeit, in drei Minuten – das nenne ich mal ein Höllendempo!

00:31:29: Und deine Freundin sitzt wahrscheinlich gerade beim Frühstück und überlegt wie sie dich nächste Woche zum Frühstuck überreden kann.

00:31:38: Und jetzt erzähle ich dir wieder einmal von mir.

00:31:40: es ist nämlich letzte Woche passiert eine Klientin sagt einen Termin ab Per Nachricht, kurz.

00:31:48: Sorry geht sich diese Woche nicht aus.

00:31:52: Erster Tropfen sieht viel um die Ohren.

00:31:55: Zweiter Tropfen?

00:31:57: Sie hätte anrufen können.

00:31:59: Dritter Tropfen vielleicht war der letzte Stunde zu anstrengen für sie.

00:32:05: Vierter Tropfen Ich habe zuviel von mir erzählt.

00:32:09: Vielleicht hat sie nicht erkannt dass ich das deshalb tue damit ich ihr helfe zu disozieren.

00:32:16: Fünftertropfen Sechster, vielleicht sind deshalb schon andere weggegangen.

00:32:25: Siebter – ich bin kein guter Coach.

00:32:28: Achter – vielleicht bin nicht was ich vorgebe zu sein?

00:32:35: Von einer abgesagten Stunde bis zum Betrug an mir selbst.

00:32:39: dieses Mal waren es vier Minuten beim Zähne putzen mit der Zahnbürste im Mund Denn mir ist völlig klar dass ich vor zwanzig Jahren beschlossen habe ein ganz anderer Coach zu sein dass ich nicht so tue, als würde ich längst alles können und wissen.

00:32:54: Als würde ich über den Dingen stehen und keine Probleme

00:32:57: haben.".

00:32:59: Ich habe mich immer fühlbar gemacht für meine Klienten!

00:33:01: Ich bin ein Mensch, eine Frau, eine Mutter, eine Geliebte – und ich trage nun einmal keine Angst in mir, mich sichtbar und fühlbar zu machen für meinen Mitmenschen.

00:33:13: Das ist ein Geschenk an meine Klienzen.

00:33:15: Das weiß ich und das spüre ich aber halt auch nicht immer.

00:33:20: Und das ist keine wahre Sorge.

00:33:22: Das ist der Folterer, der einen Tropfen genommen hat und daraus ein Überschwemmung gemacht hat.

00:33:28: Und dagegen gibt es etwas, dass ich Kommentatorin nenne.

00:33:32: Du drehst dein eigenes Gedankenradio laut – du kommentierst was da läuft wie ein Sportreporter!

00:33:39: Ich habe das beim Zähneputzen gemacht in den Spiegel hinein.

00:33:44: Und jetzt glaubt Claudia, weil eine Frau diese Woche keine Zeit hat, ist ihr ganzes Leben eine

00:33:48: Lüge.".

00:33:50: Ich habe in den Spiegel geschaut und gelacht, mit Schaum im Mund.

00:33:53: Es klingt albern!

00:33:55: Es ist albern – und genau deshalb funktioniert es, weil der Folterer nur im Dunkeln groß ist.

00:34:01: Sobald du ihn laut aussprichst, mit Sportreporter Stimme sieht jeder wie kleiner er ist.

00:34:07: Auch du fragt dich dann zwei Dinge will ich das denken?

00:34:13: Und….

00:34:14: Ist es wahr was ich

00:34:15: denke?!

00:34:18: Die Klientin hat übrigens am Freitag geschrieben ihr Kind hatte scharlach Acht Tropfen für ein krankes Kind.

00:34:27: Atme tief ein und lange wieder aus!

00:34:31: Ich will dir noch eine letzte Sache mitgeben, weil sie mich selbst tief getroffen hat.

00:34:36: Es gibt einen Unterschied zwischen demselbst das etwas erlebt Und demselbst dass sich erinnert Und das Erinnernde selbst zieht die Bilanz.

00:34:48: Du kannst nicht ändern was dir passiert ist Aber du kannst ändern wie du dich daran erinnerst.

00:34:56: Ich habe das Lange für einen Trick gehalten, schön füraberei.

00:35:00: Bis ich meine eigenen zehn Jahre angeschaut habe.

00:35:04: Meine eigenen zehn jahre grübeln die Wohnung, das Foto am Kühlschrank, die Geburtstagstorten... ...ich kann sie erinnern als die Jahre in denen ich meine Kinder verloren habe und fast zerbrochen bin.

00:35:18: Das ist wahr!

00:35:19: Das ist eine Realität.

00:35:23: Und ich kann sie herinnern also die Jahre an denen ich Bücher gelesen habe wie eine Verhungerende indem ich Rezensionen geschrieben habe, in denen ich zum ersten Mal einen Mentor gefunden habe.

00:35:33: In denen der Boden für alles gelegt wurde was ich heute bin.

00:35:37: und das ist auch wahr.

00:35:39: beide Erinnerungen sind wahr.

00:35:42: nur eine von beiden hat mich jeden Abend im Schlamm festgehalten.

00:35:48: Ich erinnere mich heute sogar an die Geburtstagstorte meiner großen Kinder anders diese Torte die ich für niemandem gebacken habe.

00:35:58: Zehn Jahre lang war sie der Beweis, dass ich versagt habe.

00:36:02: Heute sehe ich eine Frau die eine Torte beckt für ein Kind das physisch nicht da ist.

00:36:09: Jedoch für immer in ihren Gedanken... ...in ihrem Herzen.

00:36:13: Denn das konnte mir niemals jemand nehmen!

00:36:16: Ich zünde die Kerze an.

00:36:19: Ich bin keine Frau, die jemals aufgehört hat, die Mami ihrer großen Kinder zu sein?

00:36:25: Nein!

00:36:26: Ich bin eine Mami, die nie aufhören wollte und

00:36:29: konnte.".

00:36:30: in ihrem Herzen, in ihren Gedanken die Mutter ihrer erstgeborenen Kinder zu sein.

00:36:36: Die selbe Torte, dieselben Kerzen ein völlig anderer Film.

00:36:41: Ich sagte nicht dass du die schöne Erinnerung wählen sollst.

00:36:45: ich sagte das du die Wahl hast!

00:36:46: Ich hatte sie zehn Jahre lang nicht.

00:36:50: Zehn Jahre lang Atme einmal tief ein und lange wieder aus.

00:36:58: Bevor ich mich heute von dir verabschiede gebe ich dir wieder ein paar Fragen mit auf deine innere Reise Und wünsch mir, dass du tief hinein hörst in dich.

00:37:08: Welche Warumfrage stellst du dir seit Jahren?

00:37:15: Und wessen Frage ist es in Wirklichkeit?

00:37:21: Welchen Satz über dich selbst hältst du für eine Tatsache?

00:37:25: und wer hat den gesagt ohne vielleicht auch nur aufzuschauen?

00:37:32: Wie könntest du deine schwersten Jahre erinnern wenn du sie einmal anders erinnernd dürftest?

00:37:41: Du musst die Fragen jetzt nicht beantworten.

00:37:43: Du musst sie nie beantworten, wenn du nicht willst.

00:37:48: Ich würde mich freuen, wenn Du diese Fragen wieder ein bisschen in dir liegenlässt und nächstes Mal holen wir uns Hilfe von Menschen die vor zweitausend Jahren gelebt haben.

00:37:59: ich erzähle Dir von einem Mann der im Sturm alles verloren hat und danach dankbar war Von einem Hund, der an einen Wagen gebunden ist Und von einem Kaffee indem ich meine Hände unter dem Tisch genommen habe versteckt habe.

00:38:16: Danke, dass du heute wieder hier warst mit mir.

00:38:19: Mit dem König und seinem Zaubervogel der Zettelfrest!

00:38:24: Mit meinem blauen Buch unter der Kommode meiner Großmutter, mit dem Foto von Milan und Alexandra am Kühlschrank.

00:38:32: Mit der Wie-Frage an einem zu großen Tisch – mit Ingrid und dem Album ihrer Hochzeit im Keller.

00:38:39: Mit David unter seiner Kapuze?

00:38:41: Mit den acht Tropfen?

00:38:43: Mit dem Schaum im Mund vor dem Spiegel in den ich

00:38:45: lächle?!

00:38:46: Mit der Torte, die ich für meine Kinder immer wieder gebacken habe und die jetzt einen anderen Film bekommen hat.

00:38:53: Mit allem was gerade noch in dir nachklingt.

00:38:56: Vor euch mich auf dich!

00:38:58: Bis zum nächsten Mal – In meinem Füllraum.

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